Geschichte. Ermengerst, 2,5 km südlich von Wiggensbach, wird 1276 als „Ermingers“ zum ersten Mal erwähnt; der Ortsadel – 1300 mit dem Titel eines stiftkemptschen Marschalls – ist bis 1383 bezeugt. Ein Abgabenverzeichnis des Bistums Konstanz von etwa 1360 nennt Ermengerst eine Filiale der Pfarrei Wiggensbach, also mit eigener Kapelle. Der heutige Bau, auf einer Anhöhe über der Straße, dürfte im ausgehenden 15. Jahrhundert errichtet worden sein: Glocke von 1489 im spätgotischen Satteldachturm, spitzbogiger Zugang vom Turmuntergeschoss zum Chorraum, vermauertes Spitzbogenfenster an der südlichen Schrägseite des Chores. Wie die 1970 aufgedeckten Reste von Fresken der Erbauungszeit zeigen, muss jedenfalls der Chor ursprünglich ganz ausgemalt gewesen sein. Unter dem Kemptener Fürstabt Rupert von Bodman (Wappen am Chorbogen) wurde das Gotteshaus wohl zwischen 1680 und 1690 verlängert und mit qualitätvollen Arbeiten des Frühbarocks ausgestattet. Um 1805 – bei der Säkularisation – erwarben Ermengerster Bauern die Kirche für 500 Gulden vom bayerischen Staat, um sie vor dem Abbruch zu bewahren. 1970/71 erfolgte dank dem Opfergeist der Filialbewohner eine umfassende Innenrenovierung. 1982 wurde das Äußere und vor allem der Turm mit seiner Rustika-Eckquaderung erneuert (Rahmung der Schallöffnungen und achteckige Zwischensäulen ersetzt). Zur Glocke von 1489 aus einer Biberacher Gießerei kamen 1948 vier neue Gusswerke (Gesamtgewicht: 32,4 Zentner), geliefert vom Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation.

Beschreibung. Das Innere der tonnengewölbten Kirche wird vom Choraltar beherrscht, der in festlichem Rot, Gold und Blau gehalten ist (ursprüngliche Fassung 1971 rekonstruiert) und von der Neuausstattung nach 1680 wohl durch die Werkstatt Hans Ludwig Ertinger stammt. Die Nische der zweisäuligen Ädikula – ihr Gebälk ist mit Engelsköpfen besetzt – birgt eine Holzfigur der Muttergottes, flankiert von den Heiligen Johannes der Täufer und Rochus. Im Auszug, um den je zwei Putten und Engel gruppiert sind, ist die Dreifaltigkeit neubarock dargestellt. Die seitlichen Durchgänge bilden Sockel für die lebensgroßen Figuren St. Pankratius und St. Sebastian. Da die Seitenaltäre offenbar nicht völlig stilrein erhalten waren und zudem als zu wuchtig wirkten, wurden sie – ebenso wie die ohne Schalldeckel ausgeführte Kanzel – 1970 entfernt (Kanzelkorb zu Volksaltar umgestaltet).

Von der Barockausstattung erhalten sind die in der Brüstung der Empore eingelassenen Ovalbilder der zwölf Apostel mit Jesus und Maria in der Mitte, sowie das Gemälde aus Holz „Enthauptung des Johannes“, bez. 1683, während ein auf Holz gemalter Ölberg – in der Nische des vermauerten Südeingangs – in das frühe 19. Jahrhundert zu datieren ist. Das 1903 entstandene Deckenbild des Langhauses, Taufe Christi, ist von J. Huwyler und M. Schmitt (München) signiert.
Die 1970 an der nördlichen Chor-Schrägwand und zu beiden Seiten des Chorbogens unter Kalk- und Putzschichten aufgedeckten, fragmentarisch erhaltenen Fresken sind seltene Beispiele spätgotischer Kirchenausmalung im Kemptener Raum. Seitlich hinter dem Altar – die Kirche dürfte einen Passions-Zyklus geborgen haben – konnte eine als Geißelung Christi gedeutete Partie freigelegt werden. Vorherrschende Farben sind ein stumpfes Rot, leuchtender Ocker, Caput mortuum und zartes Grün. Ähnliche Farben tauchen links vom Chorbogen auf einem Feld auf, das durch zwei auch farblich betonte Rahmen gegliedert ist und rechts wohl einen Kerker-Christus und daneben die heilige Barbara zeigt. Vom Bild der Kreuzigung südlich des Chorbogens ist nur mehr der Untergrund zu sehen, der die Szene mit Christus am Kreuz, darunter Maria und Johannes, beinahe scherenschnittartig erscheinen lässt. Der Schöpfer dieser Fresken von beachtlicher Güte konnte noch nicht schlüssig bestimmt werden.

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